"Welches Schweinderl hätten's denn gern?", fragte vor
vielen Jahren in den goldenen Zeiten des Fernsehens Robert Lembke
seine Kandidaten. Die suchten sich ein Sparschwein ihrer Farbe aus
und etwas später verließen sie die Sendung um ein paar
Fünfer reicher.
Die Zeiten sind lang vorbei, aber die Schweinerl gibt's immer noch. Jetzt heißen sie Introseiten: Sie sind bunt, sehen nett aus und man muss Geld hineinstecken, mit dem am Schluss der Webdesigner verschwindet.
Introseiten gibt es in verschiedenen Ausführungen:
Variante 1: Ein Stillleben bestehend aus "Herzlich Willkommen"-Schriftzug,
Firmenlogo und ein bisserl Foto oder Illustration.
Variante 2: Eine Navigation seitenfüllend arrangiert.
Variante 3: Eine Animation vorzugsweise in Flash erstellt.
Gemeinsam ist diesen Varianten, dass sie den Nutzern lästig sind. Variante 1 verlängert den Weg zur Information um einen Klick und um die Downloadzeit für die üblicherweise fette Grafik. Variante 2 ist schon besser. Die Navigation wird aber auf den Folgeseiten nicht fortgeführt, da sie dem Inhalt Platz machen muss. Der Nutzer muss also navigatorisch umlernen. Schlecht.
Variante 3 kann sich sogar zur Katastrophe entwickeln, falls der Nutzer nicht mit einem aktuellen Plug-In für Flash-Animationen ausgerüstet ist. Fehlt auch der "Skip Intro"-Link, bleibt der Zugang gänzlich versperrt. Suchmaschinen können übrigens grundsätzlich nichts mit Flash-Animationen anfangen: Die Inhalte der Website werden gar nicht aufgenommen, wenn es keinen Ausweichlink gibt.
Die Vorteile sind eindeutig auf Seiten des Webdesigners. Die Erstellung einer Introseite ist im Normalfall sehr aufwändig und entsprechend teuer. Der Webdesigner erhöht seinen Verdienst und kann sich kreativ austoben, was sich sehr schön als Referenz für weitere Kunden macht.
Warum erfreuen sich Introseiten bei Firmenpräsentationen trotzdem immer noch einiger Beliebtheit?
Das Problem ist wahrscheinlich rein metaphorisch. Eine Website wird analog zum Geschäft oder der Firmenbroschüre gesehen. Das Geschäft braucht ein schmuckes Schaufenster. Die Broschüre ein flottes Titelbild.
Leider ist eine Website weder ein Geschäft noch eine Broschüre, sondern Teil eines Informationsnetzes, das über Hyperlinks verknüpft ist. Oder metaphorisch: ein Haus mit vielen, vielen offenen Türen.
Der wichtigste Bestandteil des Informationsnetzes namens Internet sind Suchmaschinen. Und Suchmaschinen sind die wildesten Netzeknüpfer des Universums: Der Suchende wird direkt zur Seite mit der gewünschten Information gelinkt. Folge: Die mit viel Mühe und Geld erstellte Introseite bleibt unbeachtet!
Introseiten sind out, weil man als Auftraggeber viel Geld für
etwas ausgeben muss, das den Besuchern auf dem Weg zur Information
hinderlich ist oder wegen des Direktzugriffs über Suchmaschinen
gänzlich unbeachtet bleibt. Sollte Ihnen jemand die Erstellung
einer Introseite anbieten, werfen Sie mit einem Schweinderl nach ihm.
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Wissenswert:
Gib Spam keine Chance · Impressum
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· Links bring's · Webdesign
in Essen

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