Wo haben die Spam-Versender eigentlich die ganzen Adressen für
ihre Massen-E-Mails her? Nun, das funktioniert genauso wie bei den
Bienchen und Blümchen. Ein Bienchen fliegt von Blümchen
zu Blümchen, sammelt Nektar ein und gibt ihn zu Hause im Bienenstock
wieder von sich.
Das Bienchen des Spam-Versenders heißt Bot, Spider (Spider?) oder Crawler. Es ist eine Software, die im Internet von Link zu Link hüpft. Dabei sammelt sie E-Mail-Adressen ein und speichert sie in der heimischen Datenbank. Fertig ist der Honig.
Für einen reinen Internetsurfer ist es relativ leicht, der E-Mail-Spamwelle zu entgehen. Er hinterlässt möglichst wenig E-Mail-Spuren im Netz und greift zum Zwei-Adressen-System: Die Hauptadresse gibt er nur privat weiter; die Zweitadresse wird für alle Aktivitäten im Internet genutzt. Gerät die Zweitadresse in eine Spamdatenbank, besorgt er sich eine neue.
Für kommerzielle Websitebetreiber sieht die Sache schon anders aus. Die E-Mail-Adresse gehört zu den Pflichtangaben des Impressums. Darüber werden Kundenkontakte aufgebaut, man kann sie nicht so einfach wechseln.
Um die eigene E-Mail-Adresse zu schützen, machen Sie sich die Schwächen der Adress-Bienchen zu Nutze. Diese können zwar lesen, aber nicht gucken. D.h. die Biester saugen nach allem, was an Text um ein @-Zeichen herum steht, aber bei Grafiken sind sie hilflos:
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Sieht aus wie Text, ist aber ein GIF-Bild - für die Bienchen unlesbar. Leider muss Ihr Kunde die E-Mail-Adresse jetzt abtippen, um Ihnen zu schreiben. Kein guter Service. Besser wäre es, den Text als Link erscheinen zu lassen und die Grafik mit der E-Mail-Adresse zu verlinken. Also so:
Wenn jemand auf diese Grafik klickt, öffnet sich wie gewohnt das E-Mail-Programm mit der gewünschten E-Mail-Adresse als Empfänger. Ein Blick in den Quelltext offenbart jedoch erneut ein Problem:
<a href="mailto:name@adresse.de>
<img src="grafik/mailbeispiel2.gif" width="157"
height="18" border="0">
</a>
Da steht sie ja wieder, die E-Mail-Adresse. Und tatsächlich ist es so, dass die Adress-Bienchen nicht an der Oberfläche die Textinformation saugen, sondern direkt im Quellcode. Leider verloren? Natürlich nicht.
Die Lösung sieht etwas wüst aus, und Sie müssen am offenen Quellcode operieren, um sie umzusetzen. Aber das Prinzip ist eigentlich ganz einfach. Sie ersetzen die Linktags, die vor und nach der Grafik im Code stehen, durch Javascript-Anweisungen:
<script type="text/javascript">
document.write('<a href="mailto:');
document.write('name');
document.write('@');
document.write('adresse.de">');
</script>
<img src="grafik/mailbeispiel2.gif" width="157"
height="18" border="0">
<script type="text/javascript">
document.write('</a>');
</script>
Der document.write-Befehl sagt dem Browser: Notier dir im Hinterkopf, was in den Klammern zwischen den einfachen Anführungsstrichen steht, führe es wie ganz normales HTML aus, aber lass den Code um Himmels willen genau so stehen. Das Ergebnis ist von Aussehen und Funktion exakt wie vorher:
Nur der Codesalat schmeckt dem Bienchen überhaupt nicht. Denn was direkt im Code vor und nach dem @-Zeichen steht, ergibt keine gültige E-Mail-Adresse.
Sie müssen jetzt nur Name und Adresse durch Ihre eigene E-Mail-Angaben ersetzen. Achten Sie darauf, dass keine einfachen oder doppelten Anführungsstriche dabei verloren gehen. Die Browser sind bei der Interpretation von Javascript sehr empfindlich. Eventuell müssen Sie auch den Code für das Bild und die beiden Javascriptteile, nahtlos aneinanderschieben. Es kann sonst zu fehlerhaften Darstellungen kommen.
Bis die Evolution der Bienchen so weit fortgeschritten ist, dass
sie diesen Javascript-Grafik-Schutz knacken, dürfte einige Zeit
vergehen. Diese Zeit können Sie jetzt mit sinnvolleren Dingen
verbringen als dem massenhaften Löschen unerwünschter Werbe-Mails.
Gegen Einzeltäter aus der Steinzeit, die Adressen noch per Hand
von der Webseite schaben, ist leider weiterhin kein Kraus gewachsen.
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Wissenswert:
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